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Aktuelles rund um die Arbeit des HAMMER FORUM

Nachrichten aus dem Hammer Forum

Spenden für Solarprojekt

66 Operationen erfolgreich durchgeführt

Am 2. April kehrte das Team des Hammer Forums um die Chirurgen Dr. F. Jostkleigrewe und Prof. K. Döring vom Einsatz in der Brandverletztenstation des Halibet Hospitals Asmara/Eritrea zurück. 66 Patienten  konnten während dieses zweiwöchigen Aufenthaltes erfolgreich operiert werden. Viele der Patienten können durch eine Operation wieder ein nahezu normales Leben führen oder gar erst beginnen beispielsweise der einjährige Bereket. Vor einem halben Jahr erlitt er schwere Verbrennungen, insbesondere am rechten Bein, wodurch dessen Wachstum stark behindert wurde (s. Fotos). Die erfolgte Narbenlösung (s. Fotos) wird ermöglichen, dass Bereket nun das Laufen auf zwei Beinen erlernen wird. Und es kann über eine ganze Reihe ähnlicher Fälle berichtet werden.
Erfreulich ist aber auch, dass die eritreischen Fachkräfte bei Abwesenheit der deutschen Spezialisten Standardoperationen (z.B. Hauttransplantationen) durchführen, und das mit sehr gutem Erfolg. Die jahrelange Anleitungstätigkeit durch Dr. F. Jostkleigrewe und Prof. K. Döring trägt gute Früchte.
Die Verfügbarkeit von Elektroenergie war zwar nicht ganz so katastrophal wie 2016, aber die Situation ist weit, weit entfernt von Stabilität. Und nur so kann die Patientenversorgung gewährleistet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, würde Ihre finanzielle Unterstützung für das  Projekt "Licht für Operationen in Eritrea" eine große Hilfe sein.

Von Andreas Bräuer

Helfen Sie uns, die Chirurgen bei den komplizierten Eingriffen brandverletzter Kinder mit ordentlichem OP-Licht zu unterstützen. Spenden Sie für das Projekt "Licht für Operationen in Eritrea" auf betterplace.

Hilfe für die Ärmsten der Armen

Professor Dr. Margit Ernenputsch aus Wuppertal beim Hilfseinsatz in Eritrea

Ereignisreiche Wochen liegen hinter Professor Dr. Margit Ernenputsch. Die Professorin für allgemeine BWL an der Hochschule Bonn-Rhein Sieg forschte in Eritreas Hauptstadt Asmara.  Die Wuppertalerin unterstützt seit Jahren die Kinderhilfsorganisation Hammer Forum. Neben ihrem beruflichen Forschungsschwerpunkt „Nachhaltigkeit in der Arbeit von Hilfsorganisationen“, engagiert sie sich auch ehrenamtlich im Vorstand der Kinderhilfsorganisation. In diesem Kontext arbeitete sie während des Hilfseinsatzes im März an einem Leitfaden zur Evaluation des Projekteinsatzes. 

Zusammen mit einem 12-köpfigen Team, neben Ernenputsch vor allem bestehend aus Gynäkologen, OP-Schwestern und Hebammen, arbeitete sie zwei Wochen in Asmaras Geburtsklinik. Sie begleitete die deutschen Mediziner und befragte sie zu den Arbeitsbedingungen vor Ort. Im Orotta Hospital, der größten Klinik des Landes, werden jährlich bis zu 10.000 Kinder auf die Welt gebracht. Allein während dieses Einsatzes half das deutsche Team bei 112 Geburten. 176 Neugeborene wurden medizinisch erstversorgt.  

Im Kreißsaal der Geburtsklinik kommen die Babys quasi im Akkord auf die Welt. Doch die Betreuung von Müttern und Neugeborenen durch das einheimische Personal ist nach wie vor unbefriedigend.

Frauen werden mit ihren Schmerzen allein gelassen und nur unzureichend betreut. Niemand, der sie mit Namen anspricht, niemand, der ihnen den Schweiß von der Stirn tupft, niemand, der ihnen einen Schluck Wasser anbietet. Auch die Erstversorgung der Babys ist mangelhaft. Immer wieder werden die Säuglinge nach der Geburt nicht richtig angezogen und drohen dann auszukühlen.  Ein Grund hierfür ist, dass die Frauen in Eritrea bis zu 10 Kinder bekommen. Nach der Geburt zählt hier erster Linie das Überleben der Mutter. Das Überleben des Neugeborenen ist zweitrangig. Das Hilfsteam des Hammer Forums versucht den einheimischen Hebammen zu vermitteln, wie wichtig der gute und respektvolle Umgang mit den Frauen ist. Und auch wie wichtig die Erstversorgung für die Neugeborenen ist. Damit die Babys warm genug angezogen werden, verschenkt das Team Strickdecken und Mützen an die Mütter. Es sind Sachen, die ehrenamtliche Helfer in Deutschland gestrickt haben.  

Seit mittlerweile 22 Jahren arbeitet das Hammer Forum in Eritrea. Noch immer gibt es, aus Sicht der Kinderhilfsorganisation Hammer Forum vieles, was in der Klinik nicht richtig läuft. Aber es gibt auch große Fortschritte. Wichtige Hygiene Standards werden inzwischen eingehalten. Auch der Wissensstandard der Facharztanwärter hat sich deutlich verbessert- eine Folge der Fortbildungen und Vorträge durch die Helferteams des Hammer Forum.

Auch die Kommunikation mit dem Gesundheits- und dem Erziehungsministerium läuft besser. Die Geburtsklinik im Orotta Hospital in Asmara wurde 2005 vom Hammer Forum eröffnet.

Professor Dr. Margit Ernenputsch reist seit 2010 regelmäßig zu Hilfseinsätzen dorthin. Die Evaliierung, die sie während des Hilfseinsatzes im März erarbeitet hat, wird nun ausgewertet. Das Ergebnis soll zur nachhaltigen Verbesserung der Einsätze dienen. Der nächste ist für Oktober dieses Jahres geplant.

Eritrea gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas. Über 80 % der Bevölkerung sind in der einfachen Landwirtschaft beschäftigt, es gibt keine nennenswerte Industrie. Noch immer sind die Folgen des jahrzehntelangen Krieges mit dem Nachbarland Äthiopien spürbar. Nach wie vor ist der Krieg nicht beendet, vor allem in den Grenzregionen finden immer wieder Gefechte statt, zumal Äthiopien die vom Internationalen Gerichtshof festgesetzte Grenzziehung bis heute nicht anerkannt hat.

Die Säuglingssterblichkeit in Eritrea ist 17 Mal höher als in Deutschland und jedes14. Kind wird nicht älter als 5 Jahre. Es mangelt nicht nur an medizinischen Geräten und Verbrauchsmaterial, sondern besonders auch an qualifiziertem Personal. Im ganzen Land mit mehr als 5 Millionen Einwohnern gibt es nur knapp 300 Ärzte.

von Jenny Heimann

Hilfseinsatz in Tansania

Dr. Gabriel Tewes hilft mit seinem Team in Ifunda

Während sich in anderen Gegenden der Welt Nachrichten am schnellsten über Medien und soziale Netzwerke verbreiten, streut man wichtige Informationen in Ifunda, im Südwesten Tansanias, am besten über die Kanzel. Im sonntäglichen Gottesdienst hatte der Pfarrer verkündet, dass bald ein Team deutscher Ärzte anreisen würde, und schon verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Als Dr. Gabriel Tewes am 4. Februar zusammen mit einem 6-köpfigen Team seinen Hilfseinsatz in Ifunda antrat, hatten sich bereits lange Warteschlangen vor dem kleinen Krankenhaus des Ortes gebildet. Eltern waren mit ihren Kindern teilweise bis zu 800 Kilometern gereist, nur damit die deutschen Ärzte sie untersuchen konnten.  Die moderne Krankenstation wurde von der „Kinderhilfe Tansania“, eingerichtet; einer Hilfsorganisation, die von der deutschen Familie Blaser ins Leben gerufen wurde. Finanziert wurde der Bau unter anderem mit Spendengeldern des Fußballstars Mesut Ösil.

Seit einiger Zeit steht das Gebäude nun und es ist auch schon vollständig eingerichtet. Es gibt zwei Operationssäle, 18 Betten und auch mehrere angestellte einheimische Krankenschwestern und Hebammen. Was bislang aber noch fehlte, waren gut ausgebildete Ärzte und medizinische Instrumente. Also wandte sich Familie Blaser an Dr. Tewes, den sie schon seit Jahren durch die Zusammenarbeit bei Hilfsprojekten in Tansania kannten.  Dr. Tewes, der frühere  Chef der Kinderchirurgie im evangelischen Krankenhaus in Hamm, organisierte daraufhin den Hilfseinsatz mit der Kinderhilfsorganisation Hammer Forum. Über eine Anzeige in einem Fachblatt fand er sechs Ärzte, Anästhesisten und Krankenschwestern, die bereit waren, ehrenamtlich mit ihm nach Tansania zu reisen. Einer von ihnen ist übrigens Dr. Naim Farhat, der seit erstem März der neue Chef der Kinderchirurgie im EVK ist. Medizinische Instrumente bekam Dr. Tewes gespendet.  Nach der Zusammenlegung von EVK und Marienhospital wurde vieles nicht mehr gebraucht. Nachdem Tewes um den „ Überschuss“ gebeten hatte, konnte er die Sachen sofort einpacken: Für das Team ein riesiger Vorteil, denn was in Hamm übrig war, wird in Tansania dringend gebraucht. Das Ziel des Einsatzes war es, zwei Wochen lang vor Ort  zu behandeln und zu operieren.

In dieser Zeit kamen allein 363 Kinder in die Sprechstunde der deutschen Ärzte, 64 Kinder wurden operiert. Letztere sind in vielen afrikanischen Ländern ein riesiges Problem, da die Kinder häufig für das Zubereiten der Mahlzeiten an der offenen Feuerstelle zuständig sind. Damit sie sich nicht mehr so schnell verletzten können, ist neben der medizinischen Versorgung, der Bau kindersicherer Öfen ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der „Kinderhilfe Tansania“.  Was Dr. Tewes bei seinem Einsatz in Ifunda am meisten beeindruckt hat, ist die Dankbarkeit der Menschen, die ihm dort begegnet sind. Obwohl die Ärzte für ihre Behandlungen kein Geld nahmen, war es den Eltern immer wieder eine Herzensangelegenheit, den Deutschen etwas für ihre Hilfe zu schenken. So bekamen sie in den zwei Wochen vier Hühner, einen Fisch und zahlreiche Eier überreicht. Wieder in Deutschland angekommen blickt Dr. Tewes zufrieden auf den Hilfseinsatz zurück. Sobald es geht, will er ein weiteres Mal mit einem Team nach Tansania reisen, damit die medizinischen Strukturen vor Ort nachhaltig verbessert werden können. Ein weiteres Ziel ist es, einen plastischen Chirurgen zu finden, der vielleicht auch für längere Zeit in Ifunda arbeiten möchte, damit auch die schwersten Verbrennungen der Kinder besser behandelt werden können.

Von Jenny Heimann

 

Hammer Forum erneut mit Spendensiegel ausgezeichnet

Auch in diesem Jahr wurde die Kinderhilfsorganisation Hammer Forum e.V. wieder mit dem DZI Spendensiegel zertifiziert. Seit 2010 trägt das Hammer Forum das Gütesiegel für seriöse Spendenorganisationen. Es belegt, dass eine Organisatuon mit den ihr anvertrauten Geldern sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht. "Siegel-Organisationen verpflichten sich freiwillig, die DZI-Standards zu erfüllen und damit höchsten Qualitätsansprüchen gerecht zu werden. Sie sind leistungsfähig, arbeiten transparent, wirtschaften sparsam, informieren sachlich und wahrhaftig und haben wirksame Kontroll- und Aufsichtsstrukturen. Auf diese Weise gewährleisten sie, dass die ihnen zufließenden Spenden den gemeinnützigen Zweck erfüllen.", so die Erläuterung vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen.

von Jenny Heimann

Projektförderung durch die apo-Bank-Stiftung

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank-Stiftung fördert das Projekt "Weiterbildung von Ärzten und Hebammen in Eritrea/Ostafrika" mit 5.000 €.

Obwohl der eritreische Staat große Anstrengungen unternimmt, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern, können doch zahlreiche Kinder nicht rechtzeitig oder fachgerecht medizinisch versorgt werden. Dies verdeutlicht die hohe Säuglingssterblichkeit. Komplikationen wie Infektionen, Krampfleiden oder Nachblutungen im Rahmen der Geburt müssen von Ärzten und Hebammen frühzeitig erkannt werden, um das Leben des Kindes, aber auch das der Mutter retten zu können. Seit über 20 Jahren ist der Hammer Forum e.V. daher in Eritrea im Einsatz. Das laufende Projekt des Geburtshilfe-Teams beinhaltet die Beteiligung an der Weiterbildung von jungen Ärzten in der Geburtshilfe und Gynäkologie sowie die regelmäßige Fortbildung der im Zentralkrankenhaus Orotta-Hospital der Hauptstadt Asmara tätigen und auszubildenden Hebammen (-schülerinnen) bzw. Entbindungspfleger.

Schon während der Weiterbildung der ersten fünf Ärzte, an der unser Team zweimal im Jahr über jeweils zwei Wochen an der theoretischen (Vorlesungen und Diskussionsrunden) und praktischen Weiterbildung (Ultraschall, Lehrvisiten, Lehroperationen) beteiligt war, konnte ein Rückgang der Müttersterblichkeit und der Neugeborenensterblichkeit im Orotta Hospital verzeichnet werden. Im Gegensatz zu den älteren lokalen Fachärzten, die ihre Bereitschaftsdienste von zu Hause ausüben, ist nun tags und nachts und am Wochenende einer der Weiterbildungsassistenten, unterstützt von zwei angehenden Ärzten im Praktischen Jahr (sog. Interns) in der Klinik anwesend; in Folge dessen konnten vor allem Notfallkaiserschnitte in erheblich kürzerer Zeit durchgeführt werden.

Zurzeit sind fünf weitere junge Ärzte und eine Ärztin am Beginn der Weiterbildung; Projektleiter Prof. Dr. med. Kaulhausen und seine medizinischen Teams möchten auch diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten über weitere vier Jahre unterstützen.