Guinea-Bissau

In dem westafrikanischen Land gibt es eine Vielzahl an Kindern mit Knochenentzündungen, die in Guinea-Bissau keine Chance auf Heilung haben.

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Guinea-Bissau

Guinea-Bissau zählt zu den ärmsten bzw. ungerechtesten Ländern der Erde. Im HDI-Ranking zum Entwicklungsstand ist es auf Platz 178 von 187. Das Jahres-BIP wird derzeit auf etwa 1.500 US-Dollar je Einwohner geschätzt. Das monatliche Gehalt eines Arztes beträgt ca. 200-250 Euro, das eines Pflegers ca. 70-120 Euro und das eines Arbeiter ca. 45-70 Euro.

Die Gesundheitsversorgung in Guinea-Bissau ist allgemein defizitär, das betrifft sowohl die Infrastruktur als auch die so genannten Human Ressources, ebenso die Ausbildung und Kompetenz des Personals.

Guinea-Bissau ist ganzjährig Malaria-Gebiet, zudem kommt es immer wieder zu größeren Cholera-Epidemien und es gibt Fälle von Zika-Virusinfektionen. Für diese Herausforderungen gibt etwa 7 Ärzte pro 100 000 Einwohner, das sind insgesamt weniger als 150 Ärzte für die gesamte Bevölkerung. Die HIV-Prävalenz bei Erwachsenen betrug im Jahr 2009 rund 2,5 %. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 115 von 1.000 Lebendgeburten, die Sterblichkeit von Kindern bis 5 Jahren bei 193 von 1.000 Lebendgeburten. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt etwa 50 Jahre.

Häufig waren die zu erwartenden Kinder-Infektionskrankheiten der Tropen zu beobachten (u.a. komplizierte Malaria, Infektionen des Magendarmkanals, Atemwegsinfektionen), zudem haben wir in einer unerwartet hohen Zahl Kinder mit teils extremer Mangel-/Unterernährung bis hin zum Vollbild eines Kwashiokor mit Eiweißmangelödemen vorgefunden. Weiterhin ist die kinder-/chirurgische Versorgung nur vereinzelt und auf Basischirurgie beschränkt anzutreffen, die chirurgische Versorgung ist quantitativ wie auch qualitativ absolut defizitär. Wir sahen daher zahlreiche Komplikationen nach oder aufgrund nicht erfolgter Behandlung.

In der Zusammenschau wäre die Aufnahme von Guinea-Bissau als Projektland des HAMMER FORUM daher mit folgenden Interventionen denkbar: Kinder können zur Behandlung nach Deutschland evakuiert werden, es gibt eine Vielzahl an Kindern mit Knochenentzündungen, die in Guinea-Bissau keine Chance auf Heilung haben. Daneben sind Fach-Chirurgische Einsätze in kleinen Teams in den Kliniken São José de Bôr und ggf. in dem Nationalhospital Simão Mendes sowie in dem Regionalhospital Mansôa sinnvoll, um Kinder vor Ort adäquat zu behandeln und gleichzeitig lokales Personal für die selbstständige Versorgung zu qualifizieren. Ergänzt wird das durch Teaching des ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Personals mit Schwerpunkt in der Klinik Simão Mendes. Um sinnvolle Hilfe leisten zu können, ist die weitere Klärung der Gesundheitsversorgung in der Region Gabú mit der Option einer Intervention in dem Regionalkrankenhaus näher zu klären. Da diese Region äußerst weitläufig ist und womöglich nicht sehr dicht besiedelt ist, könnte ebenso der Aufbau einer mobilen Gesundheitsversorgung für Kinder in Ost-Bissau eine gute Option sein.

Projektleiter: Marc Stefaniak

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