Guinea

Nach der verheerenden Ebola-Epidemie zwischen 2013 und 2015 mit über 2.500 Todesfällen liegt das staatliche Gesundheitssystem in Guinea brach. Es mangelt an Material, Medikamenten und Fachärzten.

Guinea

Nach der verheerenden Ebola-Epidemie in Guinea zwischen 2013 und 2015 mit über 2.500 Todesfällen wurde von der Internationalen  Gemeinschaft, allen voran UN und EU, ein umfangreiches Hilfs- und Maßnahmenpaket zur Rehabilitierung und Stärkung des Gesundheitswesens der drei west-afrikanischen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone gefordert und ein schnelles Handeln angekündigt. Leider sind drei Jahre nach Ende der Epidemie, die ihren Ursprung in Guéckédou nahm, keine sichtbaren Maßnahmen zur Stärkung des Gesundheitssektors unternommen worden.

 

Das staatliche Gesundheitssystem in Guinea liegt brach

Die Lage ist prekärer als zu Zeiten unmittelbar vor der Epidemie: Die Infrastruktur und Capacity im Gesundheitssektor sind nun noch weiter zerrüttet und geschwächt, bedingt durch die Ebola-Epidemie. Dies betrifft sowohl die klinische und ambulante Versorgung der Bevölkerung als auch das Verwaltungswesen und personelle Kapazitäten. Darüber hinaus ging relevantes Vertrauen der Bevölkerung in medizinische Einrichtungen und staatliche Institutionen verloren, da sowohl Krankenhäuser und Gesundheitszentren als potentielles Risiko und Überträger einer Ebola-Infektion angesehen werden. Auch diesbezüglich blieben nach der Epidemie Maßnahmen zum Abbau von Vorurteilen und Ängsten gegenüber medizinischen Einrichtungen aus. Dies hat eine stets fallende Frequentierung der Arzt- und Konsultationsbesuche zur Folge.

 

Mangel an Material und Medikamenten

Darüber hinaus können staatliche Einrichtungen nur einen kleinen Bruchteil an Erkrankungen behandeln bzw. Vorsorgeuntersuchungen korrekt durchführen, da es dauerhaft sowohl an dafür notwendigem Material als auch an Medikamenten mangelt. Die Versorgung der Gesundheitszentren seitens des Staates/Gesundheitsministeriums funktioniert nicht, es mangelt an Einnahmen und Finanzierungen Dritter sowie an dafür notwendiger Logistik und Infrastruktur, insbesondere in der Peripherie wie in Guinée Forestière. 

 

Einsatz des Hammer Forum seit 2003

Das Hammer Forum ist bereits seit dem Jahr 2003 mit medizinischen Projekten in Guinea aktiv und konnte auch während der akuten Ebola-Epidemie Präventions- und  Aufklärungsarbeit zu Ebola leisten. In den vergangenen Jahren war das Hammer Forum vor allem mit Schulkindergesundheitsprojekten in der Präfektur Guéckédou in Waldguinea tätig und  beabsichtigt ab 2019 vermehrt in die Unterstützung von Gesundheitseinrichtungen in Guéckédou/Guinea zu investieren (Post-Ebola Rehabilitation im Gesundheitssektor). Hierzu sollen die Kapazitäten eines Referenz-Gesundheitszentrums (GZ „CDR Madina“) mittels  Fortbildungen des Personals, Infrastrukturverbesserung sowie Versorgung mit  Medikamenten und Verbrauchsmaterialien gestärkt werden.

Zudem erfolgen durch den lokalen Projektpartner seit Jahren bereits laufende Health-Education-Maßnahmen an etwa 30 Schulen in der Präfektur Guéckédou bzw. im Einzugsgebiet von GZ Madina und den dazugehörigen fünf Gesundheitsposten.

Projektleitung: Marc Stefaniak

Fotos aus dem Projekt