Berichte

Einsatz in Eritrea 21.02. - 08.03.2015

Nach Ankunft - wie immer - tief in der Nacht und problemloser Erledigung der Einreiseformalitäten, konnten wir nach kurzem Nachtschlaf im Hotel schon am Sonntag unser für die Klinik bestimmtes Gepäck nach dort bringen. Nach langem Gang von der Klinik zurück in die Stadt stellten wir zunächst wieder nur die alte Vertrautheit mit der liebgewordenen Stadt fest und freuten uns nach dann richtigem Ausschlafen am 23.2. loszulegen.

Nach freudiger Begrüßung unserer eritreischen Freunde und Kollegen im Operationssaal und auf der „Ward“ (Krankenstation) machten wir die erste gemeinsame Visite und sahen uns dann die für diesen Tag bereits bestellten Patienten gemeinsam an , um die nächsten OP-Tage zu planen. Am Ende des „Screening“ Tages hatten wir den OP-Plan bereits bis in die nächste Woche gefüllt. Neben Patienten von der Station, die mit frischen Brandverletzungen zu versorgen waren, sahen wir wieder viele, insbesondere Kinder mit oft jahrelang zurückliegenden Narbenstörungen und Kontrakturen, so dass die geplanten Operationen eine wirkliche Verbesserung der Lebenssituation versprachen.

   

Am 24. 2. ging es dann mit dem Operieren los. Wir haben immer gemeinsam mit unseren beiden eritreischen Chirurgen am Tisch gestanden und konnten den Kollegen auch bei manchen Korrekturoperationen erfolgreich assistieren. Darüber hinaus konnten wir uns, wie auch schon in den vergangenen Jahren, davon überzeugen, dass viele Patienten auch in der Zeit, in der kein ausländisches Unterstützungsteam da war, sehr erfolgreich von diesen Kollegen in dem vom HAMMER FORUM aufgebauten und unterstützten Zentrum operiert und behandelt worden sind. Dieses Faktum ist für uns eigentlich die beste Information, die uns zeigt, dass etwas Dauerhaftes und sich zunehmend Selbsttragendes entstanden ist.

So konnte ich auch im OP-Buch feststellen, dass im vergangenen Jahr  etwa 460 Operationen im Verbrennungs-OP durchgeführt wurden, eine stattliche Zahl!

An unseren neun OP-Tagen konnten wir insgesamt 49 Operationen durchführen, von denen eine große Zahl der Korrekturoperationen und der akut Verbrennungsoperationen mehrstündige Eingriffe waren. Es hat uns nicht, oder nur unwesentlich gestört, dass wir nur an zwei Tagen durchgängig Elektrizität und Wasser zur Verfügung hatten. Die Improvisationskünste waren großartig. Darüber hinaus haben wir auch dieses Mal wieder feststellen können, dass auch ohne die OP-Lampen die Lichtverhältnisse im großen lichtdurchfluteten Operationssaal einfach toll sind. Immer wieder ein Dank an Dr. Brandt, der diesen Saal in seiner Entstehungsphase so weitsichtig geplant hatte.

 

In der zweiten Woche hatten wir einige ortsübliche Gesundheitsprobleme. Als sich bei mir persönlich die Symptome  verstärkten, war ich für die rasche und intensive Anteilnahme und Hilfe unserer eritreischen Freunde, insbesondere  Desbele und Ghidey, sehr dankbar und gerührt. Das hat auch dazu geführt, dass wir keine der geplanten Operationen ausfallen lassen mussten.

Am Ende der zwei Wochen waren wir sehr dankbar und glücklich, dass alles ohne größere Komplikationen abgelaufen ist.

Und natürlich, werden wir, so Gott will, im nächsten Jahr wiederkommen.

Dr. F. Jostkleigrewe