Berichte

Einsatz Geburtshilfe 11.03.-26.03.2017

Eine Evaluation von Projektleiter Prof. Dr. Kaulhausen über den Hilfseinsatz des Geburtshilfe-Teams in Asmara, Eritrea.

Projektleitung:          Prof. Dr. Helmut Kaulhausen

Einsatzteam:              Josef Breuer (Technik), Dr. Julia Goldstein (Gebh. Basel), Prof. Dr. Christian Gnoth (Gyn. Düsseldorf), Prof. Dr. Wolfgang Heidenreich (Gyn. Celle), Gudrun Hölzle (Hebamme München), Privat-Dozentin Dr. Bettina Kuschel (Gebh. München), Prof. Dr. Bernhard Liedtke (Gyn. Bergisch-Gladbach), Friederike Schwedes (B.Sc. OP-Schwester, Berlin), Dr. Peter Thiemel (Anästhesie, Bergisch-Gladbach), Kathrin Vogg (Hebamme, München), Dr. Andrea Zimmermann (Neonatologie, München)

Gäste:                        Justus Göschel, Prof. Dr. Margit Ernenputsch

Einsatzort:                 Orotta Hospital/Asmara

 

 

 

Projektziel: Senkung der Säuglings- und Müttersterblichkeit durch Verbesserung des medizinischen Qualitätsstandards in der Geburtshilfe

 

Einsatzziele:

  • Fortbildung von Hebammen, Schwestern und Medizinstudierenden
  • Bedside-Teaching für Hebammen im Kreißsaal und auf den Stationen
  • Weiterbildung der jungen Ärzte mit dem Ziel der Facharztausbildung
  • Dialog mit Regierungsvertretern
  • Implementierung einer Klinikpartnerschaft zwischen Geburtsmedizin in Eritrea und Hammer Forum mit finanzieller Unterstützung durch das BMZ und die Else Kröner – Fresenius- Stiftung

Aktivitäten Im Einsatz:

1.   Tägliche Visiten mit Anleitungen im Kreißsaal, auf der Pränatalstation und  den beiden Wochenbettstationen (Goldstein, Kaulhausen, Kuschel)

2.   Praktischer Hebammeneinsatz (täglich) im Kreißsaal (Hölzle, Vogg)

3.   Ultraschalldiagnostik in der Schwangerschaft (Goldstein, Kuschel)

4.   Untersuchung und Betreuung der Neugeborenen, sowie Verlaufsbeobachtungen (Zimmermann)

5.   9 Vorlesungen für Hebammen (-schülerinnen) und anderes medizinisches Personal (Goldstein, Kuschel, Vogg, Zimmermann)

6.   Schriftliche Abschlussprüfung für Hebammen und -schülerinnen (Kuschel, Zimmermann, Vogg)

7.   9 Vorlesungen für Ärzte (Gnoth, Kaulhausen, Kuschel)

8.   Lehroperationen mit 5 jungen Facharztanwärtern (Heidenreich, Liedtke, Thiemel, Schwedes)

9.   Treffen und Besprechungen (Kaulhausen) mit:

·     Gesundheitsministerin Amina Nurhussein und Dr. Ghermai Tesfaselase

·     Erziehungsminister Semere Russom

·     Prof. Tadesse Mehari, PHD., Leiter der National Commission for Higher Education (MoE)

·     Herr Berhane, Generaldirektor für alle Krankenhäuser in Eritrea (MoH)

·     Dr. Habteab Mehari, ärztlicher Direktor des Orotta Hospitals/Asmara

·     Dr. Zemichael Ogbe, Leiter Neonatologie Orotta Hospital

·     Chef- und Oberärzte des Dep. of Ob/Gyn. des Orotta Hospitals

·     Botschafter Christian Manahl, EU-Delegation in Eritrea

·     Botschafter Dr. Andreas Zimmer, Deutsche Botschaft in Eritrea

10.   Verbesserung der technischen Infrastruktur: Regalaufbau, Reparaturen, Malerarbeiten (Breuer)

11.   Überprüfung der vom HaFo gelieferten Lagerbestände an Medikamenten und Verbrauchsmaterialien (Ernenputsch, Göschel)

12.   Mündliche Befragung der Projektteilnehmer zwecks Evaluation des Projekteinsatzes (Ernenputsch)

13.   Verteilung der von der HaFo-Strickgruppe angefertigten Säuglingsbekleidung an junge Mütter (Ernenputsch, Göschel)

 

Einsatzergebnisse:

Positiv:

·         Einsatzziele weitgehend erreicht

·         Hygienestandard im Vergleich zu früheren Einsätzen verbessert

·         Wissensstand der Facharztanwärter deutlich erhöht, sowohl theoretisch als auch praktisch

·         Verbesserung der Vertrauensbasis im Gesundheits-und Erziehungsministerium

·         Aufgabenstellung des Memorandum of Understanding (MoH/HaFo e.V.) erfüllt

Fortbestehende Probleme:

·         Führungsschwäche in der Leitung der Geburtshilfe und Gynäkologie des Orotta-Hospitals

·         Unzureichende Überwachung der Mütter und Säuglinge während der Geburt

·         Mangelhafte Zusammenarbeit zwischen Geburtshilfe und Neonatologie/Kinderklinik

·         Respektloser Umgang des medizinischen Personals mit den Patientinnen

·         Geringe Akzeptanz von medizinischen Empfehlungen und Leitlinien seitens der Oberärzte

·         Mangelhafte medizinische und technische Infrastruktur

·         Anhaltende Verzögerung bei der Implementierung des neuen Weiterbildungsprogramms für Geburtshelfer-und Gynäkologen; dadurch

·         Unzufriedenheit bei den jungen Facharztanwärtern

 

Konsequenzen für den nächsten Einsatz im Oktober 2017:

·         Fortsetzung der Bemühungen zur Implementierung der Facharztausbildung

·         Kontinuierliche Fortbildung der Hebammen

·         Aktivitäten zur Hebung des medizinischen Qualitätsstandards in der Geburtshilfe

·         Ausbildung eines Medizintechnikers vor Ort

 

Statistische Daten:

Betreuung Geburten:             112

Visiten mit Anleitungen:        täglich an 11 Tagen, Kreißsaal, Pränatal- und Wochenbettstation

Neonatologie:                          176 Neugeborene, einfache und erweiterte Erstversorgung,
             Anleitung der Hebammen und Mütter
             Diskussionen zum Thema Hygieneverbesserung und
             Kooperation mit Neonatologieabteilung

Geburtsdiagnostik, incl. Ultraschall:       166                                                                      

Vorlesungen:                            18 an 9 Tagen, mit jeweils 60-80 Zuhörern (Hebammen,  

                                                  -schüler, Interns, Facharztanwärter)                                        

 

Präoperatives Screening:      54

Lehroperationen:                    36 an 9 Tagen, 80% der Patientinnen im gebärfähigen Alter

 

1. Neugeborenes mit Strickmütze                        2. NG Untersuchung

 

3. Vorlesung                                                           4. Groupe lecture

5. OP mit OP-Schwester