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Nabelklemmen für Afrika - Prof. Kaulhausen ruft zum Spenden auf

In diesen Wochen wird viel über die Hungersnot in Ostafrika berichtet. Doch die Menschen in Afrika leiden nicht nur unter der Dürre und deren Folgen. Auch schlechte medizinische Infrastrukturen und schlecht ausgebildete Ärzte und Hebammen sorgen unter anderem für eine Hohe Mütter-und Säuglingssterblichkeit in vielen Ländern Afrikas

Professor Dr. Helmut Kaulhausen, der langjährige Chefarzt der Frauenklinik des Sana Klinikums in Remscheid, engagiert sich seit 12 Jahren in Ostafrika. Zwei Mal im Jahr reist er für die Kinderhilfsorganisation Hammer Forum nach Eritrea, um das einheimische Personal weiterzubilden.

Eritrea gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas. Die Säuglingssterblichkeit in dem, an Äthiopien und den Sudan angrenzenden, Land ist 17 Mal höher als in Deutschland. Jedes 14. Kind wird nicht älter als 5 Jahre. Es mangelt nicht nur an medizinischen Geräten und Verbrauchsmaterial, sondern besonders auch an qualifiziertem medizinischem Personal. Im ganzen Land mit mehr als 5 Millionen Einwohnern gibt es nur knapp 300 Ärzte.

In  der Geburtsklinik in Eritreas Hauptstadt Asmara kommen jedes Jahr 9000 Kinder zur Welt, jeden Tag werden dort bis zu 30 Babys geboren. Das HAMMER FORUM hat diese Klinik 2005 eröffnet. Doch auch wenn durch die Arbeit der Hilfsorganisation die Mütter- und Neugeborenensterblichkeit im gesamten Land bereits deutlich gesenkt werden konnte, fehlt es in der Klinik nach wie vor am allernötigsten. Es gibt kaum Handtücher, keine Desinfektionsmittel und selbst Nabelklemmen zum sicheren Abnabeln der Neugeborenen sind häufig nicht vorhanden. Helmut Kaulhausen hat es selbst erlebt, dass Säuglinge, die gesund geboren wurden, nur wenige Stunden nach der Geburt verblutet sind, weil ihre Nabelschnur nicht richtig abgebunden war.

Das Problem wäre leicht aus der Welt zu schaffen, denn 100 Nabelklemmen kosten nur etwa 17 €. Dr. Kaulhausen möchte deshalb zum Spenden aufrufen. Denn schon mit diesem kleinen Betrag könnte  rund 100 Babys das Leben gerettet werden. Ziel der Spendenaktion wäre es, insgesamt rund 1700 € zu sammeln, damit könnte man den Bedarf des Zentralkrankenhauses in Asmara für ein ganzes Jahr sichern. Dr. Kaulhausen wird das nächste Mal im Oktober für das Hammer Forum nach Eritrea reisen. Dann kann er sich unter anderem davon überzeugen, dass die Nabelklemmen für die Säuglinge fachgemäß eingesetzt werden. Darüber hinaus plant Dr. Kaulhausen bereits weitere Einsätze in Ostafrika. So will er auf einer Erkundungsreise Mitte Juli herausfinden, inwieweit auch in Sansibar Hilfe durch das Hammer Forum möglich ist. Sansibar ist ein halbautonomer Teilstaat von Tansania. Über die Hälfte der Bevölkerung Sansibars lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Kindersterblichkeit in Sansibar beträgt 54 von 1000 Lebendgeburten. Man schätzt, dass etwa 12 % der Kinder unter akuter Mangelernährung leiden.